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Führung St. Marienkirche

St. Marienkirche Rendsburg
Marienkirche
Nachdem eine schon vor 1246 genannte Vorgängerkirche bei einem großen Stadtbrand vernichtet worden war, wurde auf dem höchsten Punkt der Stadt Rendsburg 1287 mit dem Bau der St. Marienkirche begonnen. Sie lag inmitten der Altstadt, einer im späten 19. Jahrhundert landfest gemachten Eiderinsel. Die dreischiffige Backsteinhalle und der Chorraum wurden um 1330/35, das heutige Gewölbe 1350 und der Turm 1454 fertiggestellt.

Der Friedhof um die Kirche herum wurde 1854 "aufgelassen", d. h. geschlossen. Zur gleichen Zeit wurden auch die ursprünglichen Portale an der Nord- und Südseite geschlossen und der Haupteingang in die Westfassade verlegt. Die beiden Turmkapellen stammen vermutlich aus dem frühen 15. Jahrhundert. Das Besondere in der Südkapelle sind die Masken (zwei Bärtige, zwei Narren) an den Gewölbekonsolen.
Gewölbemalerei
Gewölbemalerei

Die Gewölbemalerei stammt überwiegend aus dem 14. Jahrhundert (Laubwerk, auferstehender Christus, Christophorus, kranzhaltender Engel). Die Krabbenmalerei und die kleinteiligen Ornamente wurden im 15. Jahrhundert ergänzt.

Altar
Altar

Der Altar wurde 1649 von Henning Claußen aus Neuenkirchen / Dithm. in seiner Rendsburger Werkstatt geschaffen und ist eine Stiftung der Witwe Elisabeth Behling. Er ist bis auf die drei Reliefdarstellungen der Predella ganz aus Holz gefertigt. Die Bemalung nahm der Faßmaler Johannes Barläum vor.

 

Ursprünglich hatte der Altar seinen Platz unter der Mitte des Altarraumes, der Vie-rung des Chores, so daß im Licht des Mittelfensters die Ornamente und Randfiguren noch deutlicher erkennbar waren.Die drei Bildtafeln unmittelbar über dem Altartisch, Predella, zeigen in der Mitte das Abendmahl, links die Speisung des Volkes Israel mit Mannah und rechts das Wasserwunder des Mose auf der Wüstenwanderung. Darüber von links: der Gehorsam Abrahams (bei der Bereitschaft zur Opferung Isaaks), die Kreuzigung und die Taufe Jesu. Mose und Johannes der Täufer stehen in den Nischen. Oben in der Mitte des Altars ist die Auferstehung dargestellt.

Das Medaillon über der Auferstehung trägt die Inschrift: "So jemand den Herrn Jesus Christus nicht liebhat, der sei Anathema maharam motha." (Die beiden letzten Wörter können verschrieben sein, so daß es wie l. Kor. 16,22 heißt: Maranata = unser Herr komm).
Evangelisten- und Apostelfiguren
Evangelisten- und Apostelfiguren
Die freistehenden Evangelisten- und Apostelfiguren halten alle die Bibel in der Hand, ebenso die Gipfelfigur Petrus. Das mittlere Altarleuchterpaar stammt wie der ganze Altar aus dem Jahre 1649. Die beiden äußeren Silberleuchter sind ungefähr 100 Jahre jünger.
Kanzel
Kanzel
Die Kanzel hat der Rendsburger Schnitzer Hans Peper geschaffen. Erstmals wurde sie 1597 aufgestellt. Als sie bei einem Pfeilereinsturz in Mitleidenschaft gezogen wurde, erfolgte die zweite Aufstellung 1621. Auf dem Schalldeckel finden sich Darstellungen der vier Evangelisten und das Wappen der Stifterfamilie Gude.
Die Bildtafeln des Kanzelkorbes zeigen: Erschaffung Evas, Verkündigung, Anbetung, Kreuzigung, Auferstehung, Himmelfahrt und Jüngstes Gericht. Die Kanzeltür ist jetzt vor der Sakristei angebracht.
Taufbecken
Taufbecken
Die Taufe aus Bronze stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das Becken steht auf drei Tragefiguren. Die lateinische Umschrift (sie steht auf dem Kopf) lautet:

"Credo in deum patrem omnipotentem creatorem celi" (Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels).

Der Erlöser ist viermal abgebildet. Daneben finden sich vier weitere Bilder: St. Georg mit dem Drachen, St- Martin mit den Armen, das Stifterwappen, der Sündenfall. Den Taufdeckel schnitzte ebenfalls Hans Peper.
Aus Anlaß der 700-Jahr-Feier der St. Marienkirche 1987 schenkte die Stadt Rendsburg der Kirchengemeinde den von Fritz Fleer geschaffenen Taufleuchter.

 
Epitaphien
Epitaphien
Die Epitaphien (Gedenktafeln an Verstorbene) im Kirchenschiff zeigen beispielhaft die Entwicklung der Stile vom mittleren 16. Jahrhundert bis zum späten 17. Jahrhundert. Das älteste Epitaph hängt an der Westseite des vordersten Südpfeilers, besonders aufschlußreich ist die Inschrift auf dem Epitaph an der Innenseite des vordersten Nordpfeilers (Bürgermeister Harder).
An den Süd- und Nordemporen finden sich Bilder aus dem Alten Testament und der Passionsgeschichte Christi.
 
 
Orgelempore
Orgelempore
Die Orgelempore wurde um 1850 wesentlich vergrößert. An der Brüstung fanden die reichbeschnitzten Reliefs aus dem 17. Jahrhundert ihren Platz, die ursprünglich das Gestühl der Familie Gude zierten. Dieses Gestühl wurde 1603 in der Werkstatt Hans Pepers geschaffen und 1852 beim Einbau der neuen Empore abgerissen.
An der nördlichen Rückseite der Orgelempore, von der Seitenkapelle aus sichtbar, finden sich Apostelbilder.
1972 wurde die Hauptorgel auf der Empore von der Firma Walcker, Ludwigsburg, gebaut und 1995 durch die Firma Paschen-Orgelbau, Kiel, gründlich überholt. Sie hat 3 Manuale, 43 Register, 3429 Pfeifen und eine elektrische Registersetzanlage.
Die Chororgel im Ostteil des Kirchenschiffes ist ein Werk der Firma Gebrüder Hillebrand in Altwarmbüchen/Hann. aus dem Jahr 1988. Sie hat 7 Register und wurde weitgehend durch Spenden von Gemeindegliedern und Freunden der Kirchenmusik in Rendsburg finanziert.
Glockenturm
Glockenturm
Sieben Glocken hängen im Turm unserer Kirche:
Die erste Glocke - mit Schlagton h° - wiegt etwa 2.750 kg. Sie wurde 1753 von Johann Annowitz in Lübeck gegossen. Eine Inschrift gibt die Namen von drei Konsuln und sechs Senatoren der Stadt Rendsburg wieder. Die zweite Glocke - mit Schlagton eis' - wiegt 1.812 kg und kam 1961 aus der Karlsruher Glockengießerei. Relief und Umschrift weisen auf die Auferstehung Jesu Christi hin. Die dritte Glocke - mit dem Schlagton e' - stammt aus dem Jahr 1437. Sie wiegt 1.325 kg und trägt die Darstellung der Verkündigung und die Inschrift: "Sei ge-grüßt Maria, voller Gnaden, der Herr ist mit dir." Die vierte Glocke - mit dem Schlagton fis' - wiegt etwa 800 kg. Alter und Gießerei sind unbekannt. Rundherum ist sie mit Emblemen versehen. Die fünfte Glocke - mit dem Schlagton gis' - wurde 1961 in der Karlsruher Glockengießerei gegossen. Sie wiegt 731 kg und trägt die Inschrift: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden." Der Stifter Joachim Brüger ließ sie zum Andenken an seinen Vater, den Kirchenältesten Erich Brüger, fertigen. Glocke sechs und sieben hängen im Dachreiter des Turmes und sind Uhrenschlag- Glocken. Die Stundenglocke, h, wurde 1535 von Hinrich Bonstede gegossen. Die Viertelstundenglocke, eis', stammt aus dem Jahre 1682 von C. Letz.
Meditaionsbereich
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Maria
Maria
Luftbild
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