Das sagen die Medien
Kirchenmusik besitzt an St.Marien in Rendsburg eine zentrale Bedeutung. Mit viel Enthusiasmus arbeiten der Kantor und die Mitwirkenden in den Chören und Musikgruppen an der Gestaltung der Gottesdienste und anderen Veranstaltungen.Hier können Sie lesen, was die Medien über die Kirchenmusik berichten. Es ist keine vollständige Aufstellung, sondern eine kleine Auswahl von Kritiken, Ankündigungen und Hintergrundberichten.
2.1.2012:
Als „Festliches Silvesterkonzert“ hatte Volker Linhardt (Orgel) den Abend mit Matthias Krebber (Trompete) in Rendsburg ältester Innenstadt-Kirche überschrieben – und nicht zu viel versprochen. In freudiger Erwartung waren lange vor Konzertbeginn in St. Marien Mittelschiff und die beiden Emporen besetzt. Mit diesem großen Andrang hatte niemand gerechnet, es mussten sogar noch zusätzliche Programmzettel kopiert werden. Wer „normal“ kam, suchte lange nach einer passenden Sitz- und Sehgelegenheit. Gut Hören konnte man die Musiker jedoch an allen Plätzen in der Kirche. Damit nicht nur das Emporenpublikum Krebber und Linhardt bei der Arbeit zusehen konnten, spielten sie auch auf der großen Chororgel vor dem Altar die Sinfonia D-Dur von Giuseppe Torelli für Trompete und Orgel.
Werke aus dem 17. bis 20. Jahrhundert führten auf eine musikalische Rundreise von England über Deutschland, Frankreich und Italien zurück nach England: Abwechslungsreich, teils in strahlend festlicher oder träumerischer Stimmung wie bei der sanften Fassung des auf Orgelwellen dahinschwebenden Schwans aus dem „Carneval der Tiere“ von Camille Saint-Saens.
Die von Volker Linhardt zusammengestellte Musik bewegte im wahrsten Sinne des Wortes, was die Begeisterung für die „Sonatina D-Dur“ für Orgel des Rossini-Zeitgenossen Padre David da Bergamo (1791-1863) jedoch nur äußerlich treffend beschreibt: Ein Stück mit Humor, in dem weitaus mehr steckte, als es der simple Titel erwarten ließ. Zurückhaltung war nach diesem musikalischen Feuerwerk nicht mehr möglich. Endlich – und zu Recht erklang der erste Applaus an diesem bis dahin beifallsfreien Abend.
Hatte Volker Linhardt schon vorher mit Johann Sebastian Bachs berühmter Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565) Ernsthaftigkeit und Virtuosentum mit klarem Spiel bewiesen, kamen hier Spaß und Freude zu ihrem Recht. Das Stück zeigte mit Humor, dass Musik von der Orgel – wenn man sie wie Volker Lin-hardt beherrscht – auch fröhlich und verspielt sein kann; und dass dieses große Instrument auch tänzerisch und leichtfüßig wie eine Spieluhr klingen kann. Die instrumentale Erinnerung an die „Opera buffa“ wurde zum kurzweiligen Höhepunkt des Konzerts.
In allen mit Volker Linhardt zusammen gespielten Teilen erwies sich Matthias Krepper mit seinen Trompeten als gleichwertiger Partner: Wenn es um strahlende Festlichkeit ging, war er gefragt und „lieferte“ zuverlässig: Nicht nur Purcell, Torelli oder Albinonis „Adagio“, auch in der sanglich-ergreifenden Transkription des Jupiter-Themas (im Original für großes Orchester) von Gustav Holst und zum Schluss mit Georg Friedrich Händels „Gloria in excelsis deo“, womit die Kirchenmusik in ihrer ursprünglichen Form ebenfalls zu ihrem Recht kam. Dem begeisterten Publikum reichte das nicht: Für den langen, stehender Beifall bedankten sich die beiden Künstler mit einer Zugabe und danach mit einem Versprechen: Auch 2012 gibt es am 31. Dezember mit Pauken und Trompeten im dritten festlichen Silvesterkonzert ein Wiedersehen und -hören. Nach den Erfahrungen dieses Jahres ist rechtzeitiges Erscheinen angebracht.Kieler Nachrichten, 05.04.2011,
zur Aufführung der Johannespassion titelt:
"Atemberaubend sanftes Raunen"
...eine rundum gelungene, im Tempo frische und an Effekten reich Interpretation...
...Die gestalterische Linie, die Kantor Volker Linhardt angenehm konsequent durchzog: Einzelne Worte leuchteten als Impulse immer wieder gliedernd aus Arien, Chorälen und Erzählerparts auf.
Elastisch und bis zum Schluss mit überzeugender "attacca"-Kraft füllte der Chor mit farbenreichem Klang die ihm zugedachten Rollen als ängstliches, hetzendes Volk oder als Soldaten. Bittend, verzweifelt flehend und fordernd gerieten die Anrufungen "Herr!" im Eingangssatz, giftig böse das "Wäre er nicht der Übeltäter", blutgierig das "Kreuzige! Kreuzige!", höhnisch kalt das verlachen von Jesus am Kreuz. Atemberaubend beeindruckend in seiner Sanftheit war das wie aus weiter Ferne gesungene sanfte Raunen, mit dem der Chor die Bassarie Mein teuer Heiland" untermalte. ...
Landeszeitung, 05.04.2011:
Johann Sebastian Bachs Johannespassion erzählt mit den Worten der Heiligen Schrift die Gefangennahme von Jesus, seine Festnahme und Auslieferung an Pilatus, die Forderung, ihn zu töten, weil er sich „der Jüden König“ genannt haben soll Kreuzigung und Tod, Kreuzabnahme und die Beerdigung rechtzeitig vor dem Sabbat.
Ein sehr ernster Inhalt, den Volker Linhardt mit seinem Kantatenchor an St. Marien, der „capella vitalis“ Berlin auf historischen Instrumenten sowie den Solisten Ilse Christine Otto (Sopran), Barbara Rohlfs (Alt), Achim Kleinlein (Tenor), Ulf Bästlein und Benno Schöning (Bass) einstudiert hatte. Die Mini-Rollen der Magd, des Dieners und Petrus wurden von Mitgliedern des Kantatenchors (Ilona Pinkenburg, Conrad von Bechtoldsheim, Achim Prigge) gesungen.
Schon das Faltblatt mit allen Texten wies auf die Länge des zwischen 1722 bis 1739 entstandenen Werks hin. Es erfordert zwei Stunden intensiver Wiedergabe und Aufmerksamkeit beim Zuhören. Dabei gab es viele Fein- und Besonderheiten zu entdecken: Eine längere Stimmpause der empfindlichen Instrumente zeigte die Sorgfalt und den Anspruch des Orchesters, die Klänge von historischen Flöten, Oboen, Viola d’amore, Gambe und dem langen Kontra- (Tiefton-)Fagott setzten in den Rezitativen ungewohnte Akzente.
Klangliche Raffinessen, Chor- und Solistenkönnen treten in der Johannespassion zurück. Die Bedeutung der Worte überdeckte vieles. Wie auch der mit etwa 80 Stimmen groß besetzte Chor, der schon beim „Herr, unser Herrscher“ in der Rolle des Volks mühelos das Orchester übertönte. Dennoch gingen im Verlauf der Aufführung wichtige Akzente (von den Solisten gesungen) nicht unter, ermöglichten in den Wiederholungen der Arien Nachdenken über das Gehörte. So war es nur logisch, dass in Erinnerung an den Kreuzestod Jesu, im Gedenken an das Leid und die Sterbenden in Japan und Libyen wie in der ganzen Welt gebeten wurde, auf Applaus zu verzichten.
Damit endete diese Johannespassion nach dem anrührenden Schlusschoral (. . .Herr Jesu Christ, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich) mit intensiv gefühlter Stille beim Klang der Kirchenglocken in etwas ratloser Stimmung. Die Aufmerksamkeit des Publikums in der voll besetzten Marienkirche musste den Mitwirkenden als Dank genügen.
Ein Konzert im üblichen Sinne war diese Aufführung nicht, sondern ein aufwändiger Gottesdienst. Und in dem erhält der Pastor nach seiner Predigt auch keinen Beifall – und sei sie noch so gelungen.Reinhard Frank
Landeszeitung, 07.03.2011:
Kleine Perlen einer großen Nation
Aus deutscher Sicht besteht der französische Beitrag zum musikalischen Weltkulturerbe vor allem aus den Werken der Impressionisten und bedeutenden Opernkomponisten. Eine Vielzahl von weiteren musikalischen Schmuckstücken wurde lange Zeit im Norden Deutschlands nicht wahrgenommen. Jetzt demonstrierte Volker Linhardt in der St. Marienkirche rund 100 Zuhörern, was ihnen bisher entgangen war: Orgelwerke der französischen Romantik.
Eröffnet wurde das Konzert mit dem Carillon de Westminster, einer romantischen Variation des Big-Ben-Themas durch Louis Vierne, gefolgt von Theodore Dubois’ „In Paradisum“. Beide Stücke beeindruckten durch ihre fließende Leichtigkeit – dank der von Linhardt sauber ausgeführten plätschernden Läufe und Kaskaden.
Claude Balbastres „Marche des Marseillois et l'Air Ca-ira“ erweiterte das Hörvergnügen dann um eine historische Komponente, hymnisch und bisweilen satirisch anmutend. Mit Saint-Saens und Alexandre Guilmants wurde es schließlich wieder romantisch. Und die Zuhörer waren um einige Hör-Erfahrungen reicher.Quempassingen 2010
Landeszeitung am 20.12.2010:
„Besinnlichkeit, aber auch frohes Musizieren“, kündigte Kantor Volker Linhardt zu Beginn des Quempas-Singens in St. Marien an. Wie sehr diese Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest gelang, zeigte der lang anhaltende Applaus der Besucher in der vollbesetzten Kirche.
Unter der Leitung von Volker Linhardt eröffnete die Gemeindekantorei mit „Wie soll ich dich empfangen“ das einstündige Quempas-Singen. Es folgten Lieder des Kantatenchors und der gemeinsamen Jugendkantorei Rendsburg unter der Leitung von Roland Möhle, Kantor der Christkirchengemeinde Neuwerk. Elisabeth Kootz und ihre Flötengruppe erfreuten die Besucher mit Weihnachtsliedern. Dominik Fakler spielte Trompete.
Das Quempas-Singen sei ein wichtiges Ereignis im Jahreslauf der St. Marien-Gemeinde und ermögliche es, das musikalische Angebot zu zeigen, sagte Linhardt. Das gemeinsame Auftreten der Chöre, das Singen mit den Besuchern, die passenden Lieder – durch diese Musik werde das Augenmerk in der oft turbulenten Zeit vor Weihnachten auf das Wesentliche gerichtet, sagte der Kantor.
„Es hat mir wieder sehr gut gefallen“, sagte Ingrid Freie, die aus Hannover angereist war. Schon in den vergangenen Jahren war sie zum Quempas-Singen nach Rendsburg gekommen, auch weil ihre Tochter Birgit Smarz aus Westerrönfeld in der Gemeindekantorei mitwirkt.
Das Quempas-Singen, zu dem die St. Marien-Gemeinde seit 2001 einlädt, geht auf das Lied „Quem pastores laudavere“, zu deutsch „Den die Hirten lobeten sehre“, zurück. Nach den lateinischen Anfangssilben wurde es kurzerhand „Quempas“ genannt. Im Wechsel oder gemeinsam singen verschiedene Chöre und die Gemeinde Lieder zu Advent oder Weihnacht. Die Tradition geht auf die Anfänge des 17. Jahrhunderts zurück. Horst Becker
"Marienkirche beim Quempassingen bis auf den letzten Platz besetzt" titelten die Kieler Nachrichten vom 20.12.2010
.. gemeinsam standen die Chöre und Gruppen der St. Marien Kirchengemeinde gemeinsam im Kirchenschiff
und sangen mit den Besuchern Weihnachtslieder.
Das Quempassingenhat in Rendsburg Tradition. Unter anderem, weil es ... eine der wenigen Möglichkeiten im Kirchenjahr ist, gemeinsam zu singen. So waren neben der Gemeindekantorei, dem Kantatenchor und der Jugendkantorei Rendsburg auch die Flötengruppen der Kinder mit dabei.
Vor allem abert lebt das Quempassingen von den Stimmen der Besucher. Der Rendsburger E. A. war mit seinen beiden Enkeltöchtern in die Marienkirche gekomen. "Zum ersten Mal", wie er sagte. "Und beim nächsten Mal bestimmt wieder.". Enkeltochter Anna hatte schon Erfahrung beim Quempassingen. "Ich war schon mehrmals mit dabei", sagte die Elfjährige. Einige Texte hatte die Schülerin bereits gelernt. "Beim Lied Tochter Zion habe ich mit gesungen. Das habe ich gekannt." Und so waren es neben den geübten Stimmen der Rendsburger Chöre vor allem die Besucher, die das Quempassingen zu einem gemeinsamen und besinnlichen Erlebnis in der soonst so hektischen Vorweihnachtszeit machten.
"Es war sehr schön", sagte Volker Linhardt. "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass so viele Menschen kommen." ...
Puccini-Messe und Schuberts "Unvollendete"
Landeszeitung 22.11.2010:
Schubert und Puccini in einem Konzert: In diesem weiteren Kooperationsprojekt der beiden Rendsburger Kirchengemeinden war der St.-Marien-Kantatenchor in der für große Besetzungen viel besser geeigneten Christkirche zu Gast.
„Sie fangen beide leise an und enden auch so, außerdem ist die Orchesterbesetzung ziemlich gleich“, hatte St. Mariens Kirchenmusiker Volker Linhardt als Gründe für die Kombination der „unvollendeten“ h-moll-Sinfonie von Franz Schubert und der 57 Jahre später entstandenen „Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini in einer Einführungsveranstaltung genannt. Das und die Gesamtdauer beider Werke sind bei weitem nicht so wichtig wie die Wirkung der Musik. Beide sprechen unterschiedlich an und stellen ganz andere klanglich-muskalische Welten dar: Verinnerlichend die Schubert-Sinfonie; herrlich, strahlend, feierlich und dem „Gloria in excelsis Deo“ (Ehre sei Gott in der Höhe) verpflichtet die Puccini-Messe, damit mehr „äußerlich“ und weniger intim.
Intimität war es, die das Orchester aus Mitgliedern der Kieler Philharmonie unter Volker Linhardts Leitung mühelos erreichte. Das anfänglich noch deutlich bemerkbare Publikum – sogar mit einem deutlichen Huster in eine Pause hinein – war nach wenigen Minuten von seiner zwingenden Interpretation gefangen: Erwartungsvolles Lauschen und Mucksmäuschenstille erreichte er mit der betörenden Wiedergabe dieses Werks. Gekonnt dirigierte Volker Linhardt zumindest mit äußerer Gelassenheit das Orchester in dieser denkwürdigen Aufführung. So entstand eine „Unvollendete“ in vollendeter Qualität mit musikalischen Höhepunkten, die sich tief ins Gedächtnis eingruben.
Zum intensiven Erlebnis wurde auch die Puccini-Messe: Das erste Mal in Rendsburg aufgeführt, kam neben tiefstem Glaubensbekenntnis durch den Rendsburger Kantatenchor St. Marien, das engagiert spielende Orchester sowie die beiden Solisten Tobias Müller-Kopp (Bariton) und Michael Zabanoff (Tenor) italienische Opernseligkeit in die Christkirche. Über 80 bestens eingesungene und mit ihren Partien vertraute Chormitglieder sangen traumhaft schön. Sanft und mit nötigem Nachdruck in der Bitte „Herr, erbarme dich!“ (Kyrie eleison). Bewundernswert die Leichtigkeit der Frauenstimmen im „Gloria“, danach die Kraft der Männerstimmen mit der geballten Macht des Orchesters: Deutlich wurde damit nicht nur hörbare, sondern auch fühlbare Pracht und Herrlichkeit zur Verehrung Gottes. Alles mit italienischer Opernchor-Kultur zum passenden Orchesterklang – super! Wie schon in der Schubert-Sinfonie hatten hier die Blechbläser ihre Sternstunde und großen Anteil an der mitreißenden Wirkung des Werks. Wie sehr Volker Linhardt alles unter Kontrolle hatte, bewies er beim Dauer-Glockengeläut nach 18 Uhr: Er wartete mit dem Solo-Einsatz von Tobias Müller-Kopp, ließ die Glocken ausklingen, bevor es weiterging. So wurde von außen noch ein nun passender Akzent gesetzt.
Nach dem Ausklang der Puccini-Messe und einer bedächtigen Pause, die den Wunsch „Gib uns Frieden“ (Dona nobis pacem) unterstützte, brach heftiger Beifall los: Ein deutliches Zeichen dafür, dass Volker Linhardt mit seiner Programmauswahl und musikalischen Auffassung wieder die Herzen des Publikums erreicht hatte.Reinhard Frank
Landeszeitung 18.10.2010:
Die erste Reise mit dem neuen Marienkantor Volker Linhardt führte den Kantatenchor nach Stralsund und Greifswald. Wenn auch die Fahrten des Chores an die pommersche Ostseeküste eine lange Tradition haben, wurde mit dieser Neuland betreten. Der Chor gab zwei Konzerte: Ein Auftritt fand anlässlich des internationalen Aktionstages für die Hospizbewegung in der Stralsunder Nikolaikirche, der zweite im Greifswalder Dom statt.
Das Publikum wurde mit dem Präludium in D-Dur von Louis Lewandowski auf der Orgel in die romantische Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts eingestimmt, um dann drei von Lewandowskis Psalmvertonungen zu hören, die der Chor akzentuiert und präzise brachte.
Anschließend wurden im Wechsel durch die Solistin Manuela Mach und den Chor zehn Psalmen in der Vertonung durch Antonin Dvorák erstmalig gemeinsam interpretiert. Der Komponist hat die Psalmen originär für Altstimme geschrieben; Volker Linhardt verband sie mit einer Chorbearbeitung von Jürgen Freilinghaus. Dank einer behutsamen Auswahl wurden die Wechsel zwischen Solistin und Chor zu einem stimmigen Ganzen, das den Eindruck eines Werks mit Arien hinterließ.
Den Abschluss der Konzerte bildete der Psalm 23 in der harmonischen und leicht zugänglichen Bearbeitung von Bernhard Klein, die den Psalm vom Anfang wieder aufnahm und den Hörgenuss abrundete.
Dass diese Mischung gefiel, war dem lang anhaltenden Applaus an beiden Auftrittsstätten zu entnehmen. Hier wurde kein Liederabend der üblichen Art geboten: Mit den Hilfen der postmodernen Zitierweise und einer mutigen Kombination entstand eine konzertante Perle der sakralmusikalischen Romantik, die den Kantatenchor auf neue Wege bringt.Michael Engelbrecht
Landeszeitung 0106.2010:
Der Schleswig-Holstein-Tag wird mit festlicher Musik gekrönt. Zum Abschluss des dreitägigen Volksfestes erklingt am Sonntag, 6. Juni, 17 Uhr, ein hochkarätiges Konzert in der St. Marienkirche. Auf dem Programm stehen ausschließlich Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart.
„Die Zuhörer erleben Musik, mit der jeder etwas anfangen kann“, verspricht St. Mariens Kirchenmusiker Volker Linhardt. Neben der frühen Sinfonie in G-moll aus der Sturm- und Drangzeit Mozarts wird die Krönungsmesse als Höhepunkt der Aufführung zu hören sein. „Das Werk ist prächtig in der Orchesterbesetzung und verfügt über klangschöne Chor- und Solopartien sowie sehr sinfonisch angelegte Orchesterpassagen“, sagt Linhardt. Nicht zuletzt deswegen sei die Krönungsmesse eines der am häufigsten gespielten Werke Mozarts.
Das Programm wird fortgesetzt mit der virtuosen Solokantate „Exsultate, jubilate“ für Koloratursopran und Orchester. Speziell dafür hat Linhardt die Sopranistin Andrea Stadel verpflichtet, „deren brillante Stimme für dieses Werk bestens geeignet ist“. Mit dem „Laudate dominum“ für Sopran, Chor und Orchester endet das Konzert. Diese Komposition gehört zu den bekanntesten Ohrwürmern Mozarts und machte ihn im In- und Ausland berühmt.
Es musizieren Mitglieder der Kieler Philharmonie als Orchester. Als Konzertmeister fungiert Rüdiger Debus. Außerdem singt der Kantatenchor St. Marien mit 80 Mitgliedern unter Leitung von Volker Linhardt. Neben Andrea Stadel wirken weitere Solisten mit: Die Altistin Birgit Macziey, der Baß Julian Redlin und Roland Möhle als Tenor. Mit diesem Auftritt ist Kantor Möhle von der Christkirche erstmals als Sänger in St. Marien zu Gast.
Landeszeitung 17.03.2010:
Erfolgreich hat der neue Vorstand des 1973 gegründeten Förderkreises Kantatenchor St. Marien Rendsburg sein erstes Jahr „überstanden“. Die 119 Mitglieder haben die Kirchenmusik in der Gemeinde mit einem Pauschalbetrag von 4500 Euro unterstützt. Diese Summe wurde auch für das neue Jahr wieder bewilligt.
„Ein sehr bewegtes Jahr“ erinnerte der Vorsitzende Karsten Struck, „mit vielen Orgelkonzerten bei freiem Eintritt“. Gemeint waren die Vorstellungs-Konzerte der Bewerber um die Nachfolge von Kantor Friedemann Johannes Wieland, der bekanntlich inzwischen nach Ulm wechselte. Er ist im übrigen Mitglied im Förderkreis geblieben.
Nach der Entscheidung des Kirchenvorstands für Volker Linhardt aus Lübeck wurde die Wahl des neuen St. Marien- Kantors und -Organisten als Beisitzer in den Vorstand von der Mitgliederversammlung bestätigt. Zuvor hatte er am Flügel mit Anne-Beke Sontag (Mezzosopran) Frühlingslieder präsentiert.
Nach der Vorstellung des Kirchenmusikprogramms für das nächste halbe Jahr (wir berichteten) gab Linhardt noch einen Ausblick auf die Planungen der zweiten Jahreshälfte, in der unter anderem eine Konzertreise des Kantatenchors nach Stralsund und zur Partnergemeinde nach Greifswald sowie in der Christkirche die Aufführung der „Missa di gloria“ von Giacomo Puccini geplant sind. „Das wird richtig schön“ freute sich Volker Linhardt auf die für ihn dritte Einstudierung des Werks.
Zustimmung erhielt der neue Musiker der Gemeinde von den Mitgliedern des Fötrderkreises auf seine Frage nach einem Orgelkonzert zum Jahresende: Volker Linhardt wird also in der Silvesternacht an der großen Orgel in der St.-Marien-Kirche sitzen.